Alltage

Der doppelte Kretschmann /

Winfried Kretschmann hat vor ein paar Tagen in einem Interview die Deutschen aufgefordert, ihre Arbeitsmoral zu überdenken: „Wir sind im harten internationalen Wettbewerb, haben Fachkräftemangel und gleichzeitig wird der materielle Wohlstand sinken. Deshalb glaube ich nicht, dass die Lösung ist, einfach weniger zu arbeiten. Wir müssen uns wieder mit robusteren Dingen im Leben beschäftigen.“

In welcher Rolle hat er das gesagt? Als Ministerpräsident von „The Länd“ oder als Grünen-Politiker? Für einen Grünen dürfte die Abnahme des materiellen Wohlstands eigentlich kein großes Problem darstellen. Denn schließlich leben wir ökologisch gesehen sowieso über unsere Verhältnisse, ja, gemessen an der Mehrheit der Menschen in einer sinnlosen zunehmend obszönen Konsumgesellschaft. Mehr Arbeit bedeutet mehr Produktion, mehr Verbrauch und mehr Sinnlosigkeit. Aber so ist das nun mal mit dem „harten Wettbewerb“ und dem „Materiellen“ in der Welt der Realisten. Das Ideelle gehört für sie nicht zu den robusten Dingen des Lebens.

Ein Kommentar

  1. Robustheit (Wikipedia)
    Der Begriff Robustheit (lat. robustus, von robur Hart-, Eichenholz) bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, Veränderungen ohne Anpassung seiner anfänglich stabilen Struktur standzuhalten.[1] Meist ist es sinnvoll anzugeben, wogegen das System robust ist.

    Es sieht so aus, als sei es (auch Grünen) unmöglich, dem überhitzten System des materiellen Wachstums auch nur gedanklich zu entrinnen.

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