Dies Spiel aus Weiß und Grau /
Wolken sind anders als das Meer oder ein See. Menschen, die lange ins Wasser schauen, wirken traurig. Ein stiller, abgründiger Spiegel, ein ruheloses Hin und Her, etwas Schweres und immer eine Grenze. Niemand weiß, was die andern sehen, wenn sie ins Wasser schauen. Wolken zeigen eine ganz andere Art von Vagheit. „Wolke“ ist kein Wort wie Liebe oder Leben, also eine Bezeichnung, zu der es nichts gibt, außer Gedanken. Es ist das leichte Wort für Wasser. Wolken spielen mit dem Licht, verändern die Farben – auch die des Wassers. Schwerelosigkeit ist das Wesen der Wolken. Schützende Schleier oder schwebendes Weiß, Landschaften im Himmel, Geheimnisse aus Steigen, Fallen und Sich-Treiben-Lassen. Morgen- und Abendfarben. Menschen, die Wolken anschauen, wirken zufrieden, ja glücklich. Niemand weiß, was die anderen sehen, wenn sie Wolken betrachten.

